Uchiko und das Schwertpulver zur Schwertpflege

Uchiko Schwertpulver

Inhaltsverzeichnis

Beim Uchiko handelt es sich um feines Schwertpulver, welches in ein Seidentuch gewickelt und an einem Stab befestigt ist. Häufig ist es Bestandteil von Schwertpflege-Sets. Es dient dazu, Verschmutzungen, Verunreinigungen und Feuchtigkeit von der Schwertklinge zu entfernen. In unserer Schwertpflege-Anleitung erfahren Sie, wie das Schwertpulver am besten angewendet werden sollte.

In diesem Artikel möchten wir die beiden gängigsten Varianten von Uchiko Pulver vorstellen.

Welche Uchiko Pulver Varianten gibt es?

Grundsätzlich kann man 2 verschiedene Varianten von Uchiko Schwertpulver unterscheiden. Zum einen gibt es das ursprüngliche, welches aus dem Uchigumori Stein gewonnen wird. Zum anderen gibt es die Variante, welche aus sehr feinem Talkum besteht.
Unter keinen Umständen sollte allerdings ein minderwertiges Pulver verwendet werden, dessen Pulver hat häufig eine zu grobe Körnung oder ist durch andere Bestandteile verunreinigt, da es unzureichend gefiltert wurde. So können Schwertklingen dauerhaft beschädigt werden!

Das ursprüngliche Uchiko Schwertpulver

Ursprüngliches Uchiko-Pulver ist feines Kalksteinpulver, welches während des Herstellungsprozesses des Schwertes gewonnen wird.

In einem der letzten Herstellungsschritte wird jedes Katana poliert. Dabei handelt es sich um einen wichtigen Prozess. Der Beruf des Schwertpolierers hat in Japan sogar einen eigenen Namen: Togishi. Für das Polieren des Schwertes werden verschiedene Schleifsteine benutzt. Zwei davon sind der Hazuya und der Jizuya Stein, welche beim Dünnschleifen des Schwertes verwendet werden. Das feine Pulver, das während des Schleifens mit diesen beiden Steinen entsteht, ist das ursprüngliche Uchiko Pulver. Es hat eine leicht abrasive (schleifende) Wirkung. Gelegentlich wird es mit Pulver des Tsunoko Steins ergänzt, um dessen entfettende Wirkung zu nutzen, die dazu dient bei der späteren Anwendung Ölreste auf der Schwertklinge entfernen zu können.

Qualitätsunterschiede

Beim ursprünglichen Uchiko Pulver gibt es starke Qualitätsunterschiede. Für eine gute Qualität ausschlaggebend ist die Feinheit des Pulvers. Gutes Uchiko Pulver wird mehrfach gefiltert und von unerwünschten Bestandteilen befreit. Als Filter werden hierbei Yoshino-gami Papier sowie Seidentücher verwendet. Es ist nicht unüblich, dass gutes Uchiko-Pulver über 100 Mal gefiltert wird, bis es fein genug ist.

Dementsprechend kann bei der Verwendung von qualitativ mangelhaften Uchiko-Pulver nicht ausgeschlossen werden, dass dieses die Schwertklinge auf Grund unzureichender Herstellung verkratzt.

Uchiko mit Talkum Pulver

Uchiko aus Talkum-Pulver stellt die kostengünstige Alternative zur ursprünglichen Lösung dar.

Talkum ist die pulverisierte Form von Talk. Dieses ist ein Mineral und besteht aus Steatit und MagnesiumsilikathydratDie meisten kennen Talkum als das weiße Pulver, das Turner verwenden, um die Feuchtigkeit ihrer Hände zu binden. Aber Talkum absorbiert nicht nur Feuchtigkeit, sondern nimmt auch Fett auf, weshalb es sich auch als Schwertpulver eignet. Talkum ist weder augen- noch hautreizend, jedoch sollte es unter keinen Umständen eingeatmet werden. Seine Scheuerwirkung ist vergleichsweise gering, weshalb es auch in sanften Scheuermitteln für den Haushalt Verwendung findet. Bei der Anwendung auf der Stahlklinge eines Samuraischwertes entfaltet es entsprechend wenig „Scheuerwirkung“ und kann damit als besonders sanft bezeichnet werden.

Abrasion: Fluch und Segen der Schwertpflege

Abrasion (genauer Abrasiver Verschleiß) ist der Fachbegriff für das Abtragen von Material durch ein anderes Material hervorgerufen.
Das grundsätzliche Dilemma im Bezug auf die Schwertpflege ist, dass mit zu geringer abrasiver (schleifender) Wirkung bestimmte Verunreinigungen und Mängel schlecht entfernt werden können. Mit zu hoher Schleifwirkung hingegen wird nach und nach das Material der Klinge abgetragen (natürlich nur sehr sehr langsam).

Unsere persönliche Empfehlung

Wir werden oft gefragt, welches Uchiko Material nun das bessere ist. Die Antwort darauf ist wie so oft: Es kommt darauf an.
Für die „alltägliche“ Schwertpflege, bei der es um das Entfernen von äußerer Feuchtigkeit und äußerlichen Schmutz geht, ist auch  Talkum-Uchiko in Ordnung. Da es kein Material von der Klinge abträgt, Feuchtigkeit und altes Öl aufnimmt und den Geldbeutel schont. Ersatzweise kann dafür aber auch Spiritus oder ähnliches anstatt Talkum benutzt werden.
Sobald es der Zustand des Schwertes erfordert, zum Beispiel bei „Schleiern“ auf der Klinge, hartnäckigen Verunreinigungen, Anzeichen für Rostansatz, kleinen Kratzern, usw. sollte zum Entfernen dieser Erscheinungen Uchiko aus Kalkstein verwendet werden. Mit diesem sollte dann aber nicht übermäßig auf einer Stelle gerieben werden.

Wie wird Uchiko bei der Schwertpflege eingesetzt?

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