Schwertöl – Welches Öl das beste für Ihr Katana, Schwert, Messer oder Klinge ist

Inhaltsverzeichnis

Um den Zustand eines Samuraischwertes aufrecht zu erhalten, ist eine kontinuierliche Schwertpflege unerlässlich (Unsere Schwertpflege-Anleitung finden Sie hier). Eine Ausnahme bilden Schwerter mit Klingen aus rostfreiem Stahl, warum dieser nicht unbedingt für Schwerter verwendet wird, wird hier erklärt. Für alle anderen Klingen gilt: Um Feuchtigkeit von der Klinge fern zu halten, sollte regelmäßig Schwertöl auf die Klinge aufgetragen werden. Das gilt insbesondere, wenn das Schwert im Rahmen von Tameshigiri-Übungen aktiv benutzt wird, da die verwendeten Matten in der Regel gewässert sind und somit Feuchtigkeit auf die Klinge übertragen.
Messer haben meist identische Anforderungen an das verwendete Klingenöl, wie Schwerter. Allerdings werden Messer natürlich vor Allem als Küchenmesser im Haushalt eingesetzt. Das bedeutet, dass sie häufig mit Wasser und säurehaltigen Speisen in Kontakt kommen. Diese Kombination führt bei regelmäßiger Benutzung dazu, dass diese Klingen keinen Rost ansetzen. Dem Stahl zuliebe sollten diese Klingen aber trotzdem ab und zu und besonders wenn sie länger nicht benutzt werden eingeölt werden.
Im Internet kursieren viele „Geheimtipps“ über Alternativlösungen, von irgendwelchen Usern, die angeblich seit Jahren das Öl XY benutzen und das sei optimal für die Schwertpflege geeignet und viel billiger. Vorsicht vor solchen Ratschlägen! Die Lösungen, die dabei häufig genannt werden und warum diese falsch sind erklären wir in diesem Betrag.

Die Qual der Wahl

Der Markt bietet eine sehr große Palette an unterschiedlichen Ölen und Wachsen zur Klingenpflege. Im ersten Schritt möchten wir die verschiedenen Stoffe vorstellen, bevor wir eine persönliche Empfehlung abgeben. Dabei unterteilen wir sie in
– Öle auf Pflanzenbasis
– Industrielle Öle, die nicht primär zur Schwertpflege gedacht sind
– und Wachse

Schwertöle auf Pflanzenbasis

Japanisches Schwertöl wird gemeinhin auch als Choji bezeichnet. Der Name steht eigentlich für Nelkenöl, wird aber auch häufig für andere Öle verwendet. Die angebotenen Choji können hierbei jedoch stark hinsichtlich ihrer Qualität schwanken. Pflanzenöle können aus verschiedenen Bestandteilen einer Pflanze gewonnen werden, wie den Samen, den Blättern oder der Blüte. Zudem gibt es unterschiedliche Verfahren für die Gewinnung des Öls mit unterschiedlichen Ergebnissen.
Daraus resultieren Öle mit komplett unterschiedlicher Qualität. Deshalb ist Nelkenöl nicht gleich Nelkenöl! Wir stellen hier zwei typische Öle vor, die aus Pflanzen gewonnen werden. Das bedeutet aber keinesfalls, dass jedes Öl, das aus diesen Pflanzen gewonnen wird auch für die Schwertpflege geeignet ist.

Tsubaki Abura (ツバキ油) – Kamelienöl

Dieses Öl wird aus der Kamelien Pflanze gewonnen. Das ursprüngliche, in Japan produzierte Schwertöl durchläuft einen Prozess, um ein reines Öl für die Schwertpflege zu gewinnen. In Europa produzierte Kamelienöle enthalten dagegen häufig Bestandteile, die für die Klingenpflege nicht erwünscht sind.

Choji Abura (チョウジ油) – Nelkenöl

Auch beim Nelkenöl sollte auf ein Öl ohne unerwünschte Bestandteile zurückgegriffen werden. Meist ist Nelkenöl kein reines Nelkenöl, sondern eine Mischung diverser, hochwertiger, harz- und säurefreier Pflanzenöle. Es besitzt eine hohe Kriechfähigkeit und gelangt dadurch auch in kleinste Kratzer auf der Klinge. Es unterwandert den Rost, löst ihn und verhindert durch einen dünnen und sicheren Schutzfilm die Bildung von neuem Rost.

„Geheimtipp“: Pflanzenöl aus der Apotheke oder Speiseöl?

Pflanzenöle aus der Apotheke sind in der Regel ätherische Öle. Diese für die Klingenpflege zu verwenden gehört zu den schlimmsten Dingen, die man einer Klinge antun kann. Das Öl selbst verdunstet, was schon Bestandteile des Klingenstahls lösen kann. Sobald es verdunstet ist, ist die Klinge dann komplett ohne Schutz.
Speiseöl ist in erster Linie auf den Verzehr durch Menschen ausgelegt. Es hat einen mehr oder weniger hohen Anteil an Säuren, die für den menschlichen Organismus gut verträglich sind. Diese Säuren wirken sich aber negativ auf Stahl aus und deswegen sind Pflanzenöle zum Kochen nicht für die Schwertpflege geeignet.

Industrielle Öle

Neben den klassischen Ölen auf Pflanzenbasis greift der ein oder andere gerne auch auf kostengünstigere Alternativen zurück. Die meisten davon wurden nicht für die Schwertpflege entwickelt. Ein paar wollen wir hier nennen. Es sollten keinesfalls Öle benutzt werden, die Ammoniak oder ähnliche Stoffe enthalten, wie einige Maschinenöle oder Pflanzenfette, da deren Bestandteile Stahl angreifen.

Ballistol / Waffenöl / Pistolenöl

Bei Ballistol handelt es sich um ein Waffenöl, welches ursprünglich von Friedrich Wilhelm Klever entwickelt wurde. Es ist das in Deutschland bekannteste Pflegeöl für Waffen. Laut Hersteller entfaltet es bei Kontakt mit Messing oder Kupfer eine leicht oxidierende Wirkung, weshalb es nicht zur Konservierung dieser Metalle verwendet werden sollte.
Bei Samuraischwertern bestehen einige Bestandteile, wie die Habaki, in der Regel aber aus Messing oder Kupfer.
Andere Öle, die für die Pflege von Schusswaffen entwickelt wurden, sind ebenfalls nicht optimal für die Pflege einer Schwertklinge. Sie beschädigen die Klinge nicht, aber bieten auch nicht die perfekten Eigenschaften. Häufig ist der Geruch dieser Öle auch eher gewöhnungsbedürftig.

Maschinenöl / Nähmaschinenöl

Diese Namen stehen in der Regel für technisches Weißöl. Dabei handelt es sich um ausraffinierte, farblose bis schwach gelbliche Mineralöle. Technisches Weißöl weist im Gegensatz zu medizinischem Weißöl einen Anteil an aromatischen Kohlenwasserstoffen auf, welche im Verdacht stehen krebserregend zu sein. Das hat natürlich keine negativen Auswirkungen auf die Klinge, sollte bei der Verwendung aber beachtet werden. Es dient als Schmiermittel und dem Korrosionsschutz. Auf Grund der Zusammensetzung sollte dieses Öl ausschließlich in gut gelüfteten Räumen verwendet werden.

WD-40

WD-40 ist ein Kriechöl und wurde als Mittel für Wasserverdrängung und Korrosionsschutz entwickelt. Es besteht zum Großteil aus Rohbenzin und Mineralöl. WD-40 oder sein deutscher Konkurrent Caramba ist in fast jedem Haushalt vorhanden, deshalb benutzen es einige Leute als billigen Ersatz für richtiges Schwertöl.
Allerdings ist das Auftragen mit der Sprühflasche schwierig, weil diese dafür ausgelegt ist Öl tief in Ritzen zu befördern und entsprechend Druck ist auf der Flasche. Bei der Schwertpflege landet dann schnell ein großer Anteil des Öls neben der Klinge oder man sprüht viel zu viel Öl auf die Klinge.
„Kann Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen“ ist der erste Satz der Warnhinweise auf der Flasche. Wenn man das Öl in einem geschlossenen Raum verwendet, merkt man schnell, dass das keine Übertreibung ist. WD-40 ist ein gutes Mittel, um das Quietschen von Türen zu beseitigen. Es bietet auch einen sehr guten Rostschutz. Bei der Schwertpflege besteht aber direkter Kontakt zum Menschen und dabei kann es sich schnell negativ auf die Gesundheit auswirken. Deshalb empfehlen wir es nicht für die Schwertpflege.

„Geheimtipp“: Motoröl?

Motoröle enthalten alle möglichen Zusätze, die dieses Öl perfekt für die Bedingungen innerhalb eines Motors machen. Eine hohe mechanische Belastung und hohe Temperaturen machen diesen Ölen nicht aus. Diese Eigenschaften sind für die Schwertpflege aber nicht relevant und die Additive im Motorenöl schaden zum Teil dem Stahl der Klinge.

Öle aus Petroleum und Petroleumdestillat

Es gibt einige Hersteller am Markt die Schwertöle auf der Basis von Petroleum oder Petroleumdestillat anbieten. Die Verwendung dieses Öls führt nach kürzester Zeit des Einatmens zu Kopfschmerzen und Schwindelgefühlen. Wir wissen nicht, wie gesundheitsschädlich es wirklich ist. Aber gesund kann dieses Öl nicht sein. Deshalb gehen wir auf dieses Öl in unserem Beitrag gar nicht ein und raten ganz klar von der Benutzung ab!

Wachse

Wachse dienen zum Langzeitschutz der Schwertklinge. Insbesondere Sammler historischer Schwerter bedienen sich ihnen.

Renaissance Wax

Ist der Standard unter den Wachsen. Das Renaissance Wachs wurde in den 1950er Jahren in den Laboratorien des britischen Nationalmuseums entwickelt, um die dort lagernden Schätze bestmöglich zu konservieren. Durch seine mikrokristalline Struktur ist es viel feiner als andere Wachse, wodurch es die Klinge besser gegen Feuchtigkeit schützt. Außerdem ist es komplett pH-neutral. Bei der Entwicklung stand der Langzeitschutz der historischen Waffen im Fokus, weshalb es sich bestens eignet Schwerter langfristig optimal vor Rost zu schützen. Über die Jahre hat es sich fest in der internationalen Museumswelt etabliert.

Fazit nach ausgiebigen Tests

Wir fanden das Thema so interessant, dass wir nach dem Verfassen dieses Beitrags kreuz und quer alle möglichen Schwertöle am Markt gekauft und ausprobiert haben.
Das Ergebnis möchten wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten:
Die Ausbeute der Öle auf Pflanzenbasis war sehr durchwachsen. Viele Öle waren eine echte Katastrophe, weil sie viel zu viel ätherische Bestandteile enthielten und die Klinge nach kürzester Zeit ohne Schutz dastand. Bei den Ölen, die komplett aus Pfanzenöl bestehen, hat kein einziges eine gute und dauerhafte Schutzwirkung gezeigt. Zudem wurden sie relativ schnell ranzig.
Einige als Pflanzenöl verkaufte Öle haben sich aber deutlich besser geschlagen als die anderen. Das hat natürlich unser Interesse geweckt und wir haben diese Öle genauer analysiert. Das ernüchternde Resultat war, dass diese Öle zum Großteil aus billigstem industriellem Öl bestanden und zu völlig überteuerten Preisen als Pflanzenöl verkauft wurden!
Bei industriellen Ölen waren viele dabei, die eine gute Schutzwirkung hatten. Es wurde aber schnell klar, dass die meisten dieser Öle nicht für die Schwertpflege gedacht sind. Von ekelhaftem Gestank über Gesundheitsschädlichkeit bis zu krebserregenden Inhaltsstoffen war hier alles dabei, was man sich nicht wünscht.

Das Ergebnis hat uns so erstaunt, dass wir beschlossen haben unser eigenes Schwertöl zu entwickeln und über die Marke Toshiro Swords anzubieten. Das Schwertöl von Toshiro Swords ist säurefrei, gleitend, kriechend, nicht harzend und nicht flüchtig. Es hat einen angenehmen Geruch und besteht aus Bestandteilen wie medizinischem Weißöl und hochwertigem Kamelien- und Nelkenöl. Es wurden bewusst keine gesundheitsschädlichen Stoffe wie Petroleum oder Industrieöl eingesetzt. Und das beste daran: Für die hohe Qualität ist es relativ günstig.
Das Schwertöl ist jetzt zum Kauf in unserem Shop verfügbar.

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