Damaszener Stahl – Besser als sein Ruf?

Damaszener Stahl Klinge

Inhaltsverzeichnis

Moderner Damaszener Stahl hat einen mittelmäßigen Ruf und das meistens leider zu Recht! Im folgenden wird das Thema näher beleuchtet:

Begriffsdefinition

Damaszener Stahl, Damast Stahl, Damascus Stahl, Damascus Steel. Es gibt viele Bezeichnungen, die für diese Art von Stahl im Umlauf sind.
Den Ursprung hat die Bezeichnung in der ehemaligen Handelsmetropole Damascus in Syrien, wo viele Klingen aus diesem Material gehandelt wurden.
Das Fertigungsverfahren hat seinen Ursprung aber nicht dort. Das Verfahren wurde an mehreren Punkten der Erde unabhängig voneinander entwickelt, so stammt der älteste Fund schon aus der Zeit der Kelten um 300 v. Chr..
Damaszener Klingen sind ein Verbund von verschiedenen Stahlsorten zu einer Klinge. Durch die unterschiedlichen Legierungselemente haben diese Klingen nach entsprechender Behandlung ein spezielles Muster und das ist das besondere Merkmal einer Klinge aus Damaszener Stahl.

Was bringt das Verfahren?

Heutzutage steht eher das daraus resultierende Muster und die Individualität jeder Klinge im Vordergrund.
Als das Verfahren entwickelt wurde, war es noch nicht möglich Stahl mit gleich verteilten Bestandteilen zu produzieren. Dadurch gab es häufig sehr brüchigen oder zu weichen Stahl. Durch die Kombination von verschiedenem Stahl konnten sich Defizite gegenseitig ausgleichen.

Damaszener Stahl – Der allem überlegene Stahl?

Mit der Herstellungsmethode konnten (ganz) früher Klingen mit überlegenen Eigenschaften produziert werden, da mit ihr der Mangel an Qualität des damaligen Stahls kompensiert werden konnte. Heutzutage ist das zur Verfügung stehende Grundmaterial, wie industrieller Stahl, wesentlich besser und diese Kompensation ist nicht mehr nötig.

Ist dieser Stahl heute komplett überflüssig?

Das Grundprinzip, dass sich die Aspekte verschiedener Stahlsorten ergänzen, gilt natürlich heute auch noch. Im High-End Bereich können so noch positive Effekte erzielt werden, die richtige Wahl des Stahls und korrekte Verarbeitung vorausgesetzt.
Was diesen Stahl auch heute noch so beliebt macht, ist vor allen Dingen das charakteristisch Muster, das die Klingenoberfläche hat.

Woher kommt das Muster?

Damaszener Stahl an sich hat nicht von selbst sein Muster. Im polierten Zustand ist das Muster kaum vorhanden. Um das Muster hervor zu heben, muss die Klingenoberfläche angeätzt werden. Die unterschiedlichen Stahlsorten reagieren dann unterschiedlich mit der Säure und es bildet sich das typische Damaszener Stahl Muster.

Polierte Damaszener Stahl Klinge
Die gleiche Klinge nach Behandlung

Wenn eine behandelte Klinge poliert wird, geht die optische Hervorhebung des Musters wieder verloren und die Klinge muss neu angeätzt werden, wenn das Muster wieder hervor gehoben werden soll. Bei der Schwertpflege von Damaszenerstahl-Klingen sollte deshalb darauf geachtete werden, dass Uchiko mit geringer abrasiver Wirkung verwendet oder komplett darauf verzichtet und ausschließlich Klingenöl verwendet wird.

Die Qualität der Verarbeitung macht den Unterschied

Schmied bei der Arbeit
Ein Schmied bei der Arbeit

Wie so oft bei der Klingenherstellung kommt es sehr auf die Verarbeitung der Klinge an. Zum einen müssen die richtigen Stahlsorten kombiniert werden, um positive Effekte zu erzielen und die Verarbeitung des Rohmaterials erfordert ein gewisses Können des Schmiedes.

Hochwertige Klingen aus Damaszener Stahl sind auf jeden Fall ihr Geld wert.

Günstige, auf Masse produzierte Damaszener Stahl-Klingen haben zwar eine ansprechende Optik, aus Sicht der Qualität sollte man diese Klingen aber keinesfalls überbewerten. Oftmals ist die Qualität dieser Klingen schlechter als bei normalen Monostahl-Klingen.

Der Unterschied zu Tamahagane Stahl

Weit verbreitet ist der Irrglaube, dass Tamahagane Stahl das gleiche wäre wie Damaszener Stahl. Das liegt daran, dass die Verarbeitungsmethoden ähnlich sind. Beide Stahlsorten werden in der Regel gefaltet und bestehen aus inhomogenen Grundmaterial.
Damaszener-Stahl wird allerdings so verarbeitet, dass die Inhomogenität im Stahl bestehen bleibt, während Tamahagane so oft gefaltet wird bis der Stahl nahezu homogen ist. Trotz ähnlicher Ausgangssituation sind es also zwei komplett unterschiedliche Materialien.

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