Tameshigiri Tutorial #4: Klingenstahl und Schwerter

Inhaltsverzeichnis

Die Ausgangssituation

Die Qualität des verwendeten Schwertes ist entscheidend.
Denn ein minderwertiges Schwert kann bei der Anwendung schnell kaputt gehen und daraus resultiert ein hohes Verletzungsrisiko.

Grundsätzlich sollte schon mal zwischen einem Dekorationsschwert und einem richtigen Samuraischwert unterschieden werden.
Ein richtiges Katana hat eine massive Angel über die der Griff gezogen wird.
Deko-Katana haben ein sogenanntes Rat-Tail. Das ist ein dünner Fortsatz der Klinge, der in den Griff geht. Ein Rat Tail ist nicht für Belastungen ausgelegt.

Das ist eine wichtige Basis und hier hat sich schon so mancher Anbieter von angeblichen „Practical Katana“ verschätzt.

Es sollte also immer ein richtiges Schwert für Schnittübungen verwendet werden.

Der zweite wichtige Punkt, ist, dass der Stahl ordentlich geschmiedet ist. Dabei spielt es keine Rolle ob der Stahl gefaltet oder laminiert ist oder irgend ein exotischer Klingenaufbau gewählt wurde.
Beim Schmieden geht es immer um das abwechselnde Erhitzen und Formen des Stahls und am Schluss kommt das Härten.
Wenn bei diesen Vorgängen Fehler bei der Temperaturbehandlung gemacht werden, hilft der beste Stahl mit dem schönsten Klingenaufbau nichts!
Eine defekte Klinge wird bei Schnitttests mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit brechen.

Gehen wir also davon aus, dass ein richtiges Schwert verwendet wird, das ordentlich geschmiedet wurde.
Dann gibt es noch erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Stahlsorten.

Katana aus 1045 Stahl

Katana aus 1045 Stahl sind relativ beliebt, vor allem weil Sie vergleichsweise günstig sind.

In unserem Shop finden Sie zum Beispiel diese Modelle:

1045 Stahl hat eine Kohlenstoffgehalt von ca. 0,45 Prozent und ist damit relativ weich. Wir empfehlen diesen Stahl nur für Schnitttests mit weichen Zielen wie Früchte und PET Flaschen. An härteren Zielen würde der Stahl auch sehr schnell abstumpfen. Klingen aus diesem Stahl sind zwar geschärft, aber nicht auf Maximalschärfe gebracht.
Falls so ein Schwert für Schnitttests verwendet werden soll, empfehlen wir vorher zusätzliches Schleifen, bzw. Schleifen lassen.

Katana aus Kohlenstoffstahl mit hohem Kohlenstoffgehalt

Ein höherer Kohlenstoffgehalt, wie zum Beispiel bei Klingen aus 1060 Carbonstahl, bietet eine höhere Härte als bei Klingen aus 1045 Kohlenstoffstahl.
Mit Klingen aus Stahl mit hohem Kohlenstoffgehalt kann man durchaus auch etwas härtere Ziele wie Tatami Omote gut schneiden.
Der Stahl lässt sich gut ausschleifen und bleibt länger scharf als bei den 1045er Schwertern.

Katana aus 1095 Kohlenstoffstahl

1095 Stahl hat einen sehr hohen Kohlenstoffgehalt und ist damit auch für harte Schnittziele wie Bambus geeignet. Die richtige Schnitttechnik natürlich vorausgesetzt. Zuerst sollte man auf jeden Fall an weicheren Zielen üben bevor man sich Bambus vornimmt.

Katana aus Federstahl

Federstahl spielt eine besondere Rolle und ist besonders in den letzten Jahren sehr populär geworden. Federstahl wie 9260 Stahl verfügt über einen hohen Siliziumgehalt.
Silizium macht die Klinge flexibler und so verzeihen Klinge aus Federstahl (englisch Spring Steel) auch mal einen Fehler bei Schnitttests ohne dass die Klinge Schaden nimmt.
Der Stahl ist allerdings etwas weicher als 1095 Kohlenstoffstahl, deshalb würde wir ihn maximal für Tatami Omote empfehlen und für härtere Schnittziele 1095 Stahl.

Ein Federstahl-Katana in Aktion:

 

Das war eine kurze Einordnung und Kategorisierung der gängigsten Stahlsorten.
Vor jeden Schnittübungen ist es wichtig die Klinge auf eine Risse zu kontrollieren. An solchen geschwächten Stellen können Klinge im schlimmsten Fall nämlich brechen.

 

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