Tameshigiri Tutorial #2: Allgemeine Sicherheit

Inhaltsverzeichnis

Ein scharfes Schwert ist kein Spielzeug

Da Sicherheit ein wichtiges Thema ist, gehen wir auf diesen Punkt am Anfang ein.
Es scheint, als wäre die Schnittübung selbst gefährlich, tatsächlich passieren die meisten Verletzungen aber durch Unachtsamkeit vor und nach der eigentlichen Schnittübung.
Ein Schwert ist ein gefährlicher Gegenstand und die falsche Handhabung kann zu Verletzungen führen. Das sollte man immer im Kopf behalten und dementsprechend handeln.

Welches Schnittziel ist das richtige?

Es gibt viele Schnittziele. So viele, dass wir für Schnittziele einen eigenen Tutorial-Betrag zur Verfügung stellen. Je weicher das Ziel, desto einfacher lässt es sich schneiden und damit ist auch das Risiko für Fehler geringer. Deshalb macht es Sinn mit weichen Schnittzielen anzufangen.
An einem (für die persönlichen Fähigkeiten) zu harten Ziel kann man schnell ein Schwert beschädigen. Deshalb macht es Sinn sich langsam zu steigern.

 

Einfache und anspruchsvolle Schnitt-Techniken

Theoretisch kann man mit einem Schwert in alle Richtungen Schneiden. Dabei gibt es aber einfachere und anspruchsvollere Schnittrichtungen.
Wie man konkret schneidet, lernt man am besten in einer der Kampfkunstschulen aus unserem Verzeichnis.
Mehr Informationen über die Richtungen für Schnitte gibt es in einem der zukünftigen Tutorials.

 

Möglichst viel Kraft in den Schlag zu bringen erhöht Risiken

Im Optimalfall schneidet man anstatt zu schlagen. Ein Schnitt braucht nicht viel Kraft. Lockerheit und Geschwindigkeit sind wesentlich wichtiger.
Beides erreicht man nicht, wenn man versucht möglichst kräftig auf das Ziel zu schlagen.
Auch sehr beliebt bei vielen „Youtube-Samurai“ ist ein Schritt oder ein kurzer Anlauf vor dem Schnitt. Das ist unnötig und sollte gerade von Anfängern nicht gemacht werden.
Mit einem ordentlichen Schwert wird der Schnitt auch ohne Anlauf kein Problem sein.
Durch viel Kraft ohne Technik und Kontrolle kann das verwendete Schwert schnell zu Schaden kommen und daraus resultiert ein Verletzungsrisiko.

 

Wie soll das Ziel getroffen werden damit das Schwert nicht beschädigt wird?

Die folgenden 2 Punkte sind extrem wichtig! Wenn ein Schwert bei Schnittübungen beschädigt wird, liegt es meistens an diesen Punkten:

Trefferfläche beachten

Die Trefferfläche bei einem Samuraischwert liegt im vorderen Drittel der Klinge:

Dieser Bereich ist am schärfsten und man hat den besten Hebel. Wenn man z.B. mit der Mitte des Schwertes trifft, kann eine Klinge bei einem harten Ziel schnell brechen.
Deshalb sollte man sich vorher ungefähr mit der richtigen Entfernung zum Schnittziel ausrichten und als Anfänger möglichst keine Schritte vor dem Schnitt machen, weil man lieber erst mal ein Gefühl für die richtige Distanz bekommt.

Winkel des Schwertes

Die Schneide des Schwertes sollte immer genau in die Richtung zeigen, in die die Bewegung des Schnittes geht. Basis dafür ist, dass der Schwertgriff ordentlich und „von oben“ gegriffen wird.
Wenn zum Beispiel horizontal geschnitten wird, sollte das Schwert auch genau einen horizontalen Winkel haben.
Durch Verkanten des Schwertes wegen einem schlechten Winkel kann sich die Klinge schnell verbiegen.

Beispiel: Winkel des Katana für diagonalen Schnitt

Beispiel: Winkel des Samuraischwertes für horizontalen Schnitt

Welches Schwert ist überhaupt wirklich für Schnitttests geeignet?

Schwerter, die für Schnitttests geeignet sind, gibt es bei uns im Shop schon ab ca. 250 Euro zu kaufen.

Häufig liest man im Internet, dass ein Schwert mindestens einen Betrag X kosten muss oder aus dem Stahl XY gemacht sein muss, dass es für Tameshigiri geeignet ist.
Mit dem Preis hat es grundsätzlich nichts zu tun. Natürlich gibt es viele billige Schwerter, die nicht für Schnitttests gedacht sind. Es gibt aber keine Preisgrenze, über der dann auf einmal jedes Schwert geeignet ist.
Beim Stahl ist Vorsicht geboten: Denn nicht der Stahl ist entscheidend, sondern die Verarbeitung. Es bringt nichts ein Schwert aus dem besten Stahl zu haben, wenn die Klinge nicht ordentlich gehärtet wurde und brüchig ist. Deshalb ist es wichtig sein Schwert bei einem seriösen Händler und nicht bei einem x-beliebigen Schwertshop zu kaufen.
Die richtige Verarbeitung vorausgesetzt empfehlen wir für weichere Ziele bis Tatami Omote Federstahl oder Kohlenstoffstahl mit hohem Kohlenstoffgehalt, für härtere Ziele wie Bambus ist 1095 Kohlenstoffstahl oder L6 Stahl gut geeignet.

Schnitttests sollten nicht mit ungeeigneten Schwertern durchgeführt werden, weil das hohe Risiken für die Gesundheit mit sich bringt.
Vor jeden Schnittübungen ist es wichtig die Klinge auf eine Risse zu kontrollieren. An solchen geschwächten Stellen können Klinge im schlimmsten Fall nämlich brechen.

 

Nachsorge für das Schwert um den Zustand langfristig zu erhalten

Wichtig, aber häufig vernachlässigt ist die Nachsorge für das Schwert. Bei den meisten Schnitttests kommt das Schwert mit Feuchtigkeit und Verunreinigungen in Kontakt.
Wenn die Klinge danach nicht gesäubert wird, kann sie schnell anfangen zu rosten.
Direkt nach der Schnittübung sollte die Klinge mit einem feuchten Tuch abgewischt werden und dann direkt  mit einem zweiten, trockenen Tuch. So können Schmutz und Feuchtigkeit kurzfristig entfernt werden.
Direkt nach der Trainingseinheit sollte dann die normale Schwertpflege-Prozedur durchgeführt werden, damit das Schwert geschützt bleibt.
Der Ansatz von Rost ist an sich nicht dramatisch. Langfristig kann Rost die Klinge aber natürlich nachhaltig beschädigen oder zerstören.

 

Sicherheit für Zuschauer

Es ist immer ratsam ausreichend Sicherheitsabstand zu halten zu einer Personen, die ein gezogenes Schwert in der Hand hält.
Wenn man in einer Gruppe Schnittübungen durchführt, sollte immer nur eine Person schneiden und die anderen Personen sollten sich in einer sicheren Position aufhalten.
Am sichersten ist es mit etwas Abstand hinter der Person, die die Schnittübungen ausführt.

 

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